Ich war dieses Jahr an drei Hochzeiten eingeladen. Bei zweien davon gab es keinen expliziten Dresscode. Bei der ersten wusste ich, dass es eine sehr elegante Angelegenheit werden würde – auf einem Schloss. Deshalb ging ich von einem „Black Tie“-Dresscode aus: Also die Damen in (langen) Abendkleidern, die Herren in Smoking.

Ein klarer Dresscode verhindert ein modisches Durcheinander

Zwei Tage vor der Hochzeit, und natürlich lange Zeit nachdem ich das wunderschöne Kleid gekauft hatte, telefonierte ich mit der Braut. Und sie meint: „Gäll, du kommst auch in kurz?“ Stellte sich heraus, dass die Braut ein kurzes Kleid tragen würde. Und die ganze weibliche Hochzeitsgesellschaft auch. Auf meine Frage, ob dann der beste aller Ehemänner Smoking oder Anzug tragen sollte, bevorzugte die Braut Smoking.

Wir entschieden uns für einen Kompromiss: Der beste aller Ehemänner trug, dem Wunsch der Braut entsprechend, Smoking. Ich wollte trotzdem mein langes Kleid tragen. Schliesslich hatte ich dafür nicht gerade wenig Geld ausgegeben.

Overdressed oder underdressed?

Das Resultat: Wir waren noch nie so overdressed. Es stellte sich heraus, dass neben dem Bräutigam und dem besten aller Ehemänner niemand Smoking trug. Teilweise kamen die werten männlichen Gäste nicht mal im Anzug – bloss in Hemd uns Hose. Auch bei den Kleidern liess sich eine grosse Bandbreite finden: Zwei Frauen trugen lange Abendkleider, einige Cocktail- und andere wiederum Sommerkleider.



Es war ein heilloses Durcheinander.

Nennt mich pingelig, aber ich mag das nicht. Die Konsequenz bei der nächsten Hochzeit ohne expliziten Dresscode: ich habe nachgefragt. Und mich ein bisschen dafür geschämt. Eigentlich denke ich, dass zukünftige Bräute besseres und dringenderes zu tun haben, als Fragen nach dem Dresscode zu bearbeiten.

Deshalb ihr Lieben: Bringt doch gleich auf der Einladung einen Vermerk an. White oder Black Tie, Casual Chic, moderne Eleganz, Badehosen. Als Brautpaar dürft ihr alles. Die Gäste haben sich euren Wünschen zu beugen.

Exotische Dresscodes gehen immer!

Wir waren übrigens im letzten Winter an einer Hochzeit mit dem Dresscode Alpine Chic: Nicht ganz einfach. Wir gaben uns aber grösste Mühe, diesen zu respektieren und kamen in Dirndl und Karo-Hemd. Wie die meisten anderen auch. Braut und Bräutigam waren entzückt darüber, wie viele sich an ihren, zugegebenermassen etwas exotischen, Dresscode hielten.