Immer wieder erzählen mir zukünftige Bräute, dass sie beabsichtigen, nach der Hochzeit ein „Trash the dress“-Shooting zu machen. Bei dem Gedanken läuft es mir kalt den Rücken hinunter.

Denn „Trash the dress“ bedeutet soviel, wie das Brautkleid nach dem Hochzeitstag komplett zu ruinieren. Sei es beim Baden in einem See, beim Wälzen im Dreck oder beim Paintball-Spielen. Ich kann diesen Trend überhaupt nicht nachvollziehen.

Wie kann man seinem Hochzeitskleid, das einem am schönsten aller Tage so bezaubernd aussehen liess, nur so etwas antun? Die Seide, die Stickereien, die Swarovski-Steine: Ist das alles nach dem Hochzeitstag plötzlich nichts mehr wert?

Dieses schöne Brautkleid für ein Shooting ruinieren? Sicher nicht!

Dieses schöne Brautkleid für ein Shooting ruinieren? Sicher nicht!

Mein Kleid soll auch in Zukunft jemandem Freude bereiten. Ob das nun nur mir ist, weil ich es ab und zu wieder auspacke und anhimmle, oder vielleicht der kleinen Mademoiselle, weil sie eines Tages auch darin heiraten wird, sei noch offengelassen. Es durch ein «Trash the dress»-Shooting zu ruinieren, scheint mir schlicht respektlos.

Natürlich gibt es Ausnahmen: Ihr hasst euer Kleid, weil ihr euch sowieso nie richtig darin wohl gefühlt habt? Eigentlich wolltet ihr gar nicht dieses, aber die ungeliebte Schwiegermutter hat euch dazu gezwungen? Das Kleid wurde in China für 150 Franken bestellt? Dann nur zu! Mit dem richtigen Fotografen bekommt ihr sicher tolle Bilder.