Meine lieben Leserinnen, dies ist ein sehr persönlicher Beitrag. Seit unserer Hochzeitschlage ich mich mit dieser Frage herum. Vor dem Tag aller Tage, war ich vollkommen davon überzeugt, dass ich nachher versuchen wollte, das Kleid zu verkaufen.

Doch immer noch hängt das Traumkleid in beinahe perfektem Zustand an meiner Schlafzimmertüre. Ab und zu nehme ich es aus der Verpackung, streichle zärtlich über die hauchdünnen Lagen Seidentüll. Und denke daran zurück, wie wunderschön es mich hat aussehen lassen.

Ich gebe es zu, ich pflege emotionale Beziehungen mit Objekten. Meistens sind es Schuhe. Aber das Brautkleid gehört definitiv auch dazu. Ich würde es ja behalten und irgendwann mal meine Tochter dazu zwingen, es zu tragen.

Wäre da nicht diese innere Stimme. Manchmal leiser, manchmal lauter wispert sie mir ins Ohr: „Das Kleid braucht doch nur viel Platz.“ Oder: „Die Hochzeit war so teuer. Das Geld vom Wiederverkauf könntest du wirklich gut gebrauchen.“ Oder: „Was, wenn du mal nur Buben hast?“

Manchmal zeigt sich die Stimme auch von ihrer altruiven Seite und findet: „Denk daran. Das wunderschöne Kleid könnte nochmal jemandem Freude bereiten, der es sich zum Originalpreis möglicherweise nicht leisten konnte.“ (Ich ja eigentlich auch nicht. So viel zum Thema Budget respektieren.)

Und so ringe ich jeden Tag mit mir. Stelle ich es ins Internet? Oder lass ich es doch sein? Was meint ihr?

Update: Da ich jetzt eine süsse kleine Tochter habe, bleibt das Kleid bei mir. Vielleicht hat sie ja einen ähnlichen Geschmack wie ihre Mama? Und wenn sie es doch nicht tragen will, dann bleibt mir wenigstens die Erinnerung an einen wunderschönen Tag.