In den USA ist es so einfach: da holt sich das Paar eine „Marriage License“ und kann dann selber entscheiden, wie sie heiraten wollen. Egal ob zivil oder kirchlich – alles wird vom Staat anerkannt. Bei uns ist das ganz anders: der romantischen Trauung muss immer eine Standesamtliche Trauung vorausgehen. Und diese ist leider nicht immer sehr romantisch. Zumindest unsere war es nicht, da wurden die Paare im Stadthaus im 8-Minuten-Takt abgefertigt und ich sagte danach nur eines zum besten aller Ehemänner: „Ich bin so froh, dass wir auch noch kirchlich heiraten!“

Die Frage ist nur: wann soll denn diese Ziviltrauung stattfinden? Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten. Mit grossem Abstand, zeitnah oder am gleichen Tag. Ich habe schon alle drei miterlebt. Damit ihr entscheiden könnt, was für euch am besten ist, habe ich eine kleine Pro- und Kontra-Auflistung gemacht.

Grosser Abstand

Ich kenne einige Paare, die zwischen der zivilen und kirchlichen Trauung einen grossen Abstand liessen – teilweise bis zu einem Jahr. Die Gründe waren vielfältig: die Braut war schwanger, das alte Namensrecht oder einfach die Tatsache, dass man nach der Verlobung so schnell wie möglich „JA“ sagen wollte, ohne den Stress eine grosse Hochzeit zu planen.

Pro: Ihr habt danach alle Musse und Zeit dieser Welt, euren grossen Tag zu planen. Keinen Termindruck, keine Verwandte, die euch im Nacken sitzen, wann ihr endlich heiratet. Und ihr könnt euch ein wunderbares Datum aussuchen.

Kontra: Nicht jede Hochzeit kommt ohne Druck auch zustande. Ich kenne nicht wenige Paare, die die kirchliche Trauung dann einfach sein liessen. Sie hatten einfach andere Prioritäten, was irgendwie auch verständlich ist. Schliesslich ist man ja schon verheiratet.

Zeitnahe Trauung

Wir persönlich entschieden uns für diese Variante und heirateten gut zwei Wochen vor unserer kirchlichen Trauung. Eine Ziviltrauung im kleinen Rahmen unter der Woche. Die Trauung selbst war zwar sehr emotional, aber alles andere als romantisch. Aus dem Apero auf unserer Terrasse im kleinen Kreis wurde spontan eine richtig gute Party.

Pro: Das grosse Fest ist zu diesem Zeitpunkt schon geplant, es wird also sicher stattfinden. Ihr seid schon im Brautmodus und könnt eure erste Nervosität bereits auf dem Standesamt abbauen. Zusätzlicher Stress bedeutet diese Trauung nicht, sie läuft eher nebenbei. Der Ringtausch ist übrigens auf dem Standesamt keine Pflicht.

Kontra: Für zwei grosse Fest innerhalb kurzer Zeit, reicht das Budget meist nicht. Da hilft nur eines: priorisieren. Blumen? Müssen nicht unbedingt sein. Ein Brautkleid auch nicht. Wir kauften einige Flaschen Champagner, eingeladen waren nur Familie und Trauzeugen. Meine Trauzeugin überraschte uns mit einem Apero-Riche und einer selbstgemachten Hochzeitstorte.

Trauung am gleichen Tag

Ich kenne einige Paare, die dies geplant haben. Ich persönlich habe aber noch nie zwei Hochzeiten an einem Tag beigewohnt. Der Gedanke gefällt mir allerdings.

Pro: Emotionen pur! Zwei Trauungen an einem Tag in komplett anderem Rahmen, da kommt die Braut aus dem Hochzeitsfieber gar nicht mehr heraus. Zudem muss sich das Paar keine Gedanken darüber machen, welches Datum künftig als Hochzeitstag gefeiert werden soll.

Kontra: Stress pur! Locationwechsel und vielleicht auch ein Brautkleidwechsel sind nicht zu unterschätzen. Es gibt doppelt so viele Dinge, die schief gehen können. Dieser Hochzeitstag muss perfekt organisiert sein.

Wie ihr seht, es gibt kein richtig oder falsch. Wie ihr euch entscheidet, ist schlussendlich eine Frage eures Charakters und eurer Präferenzen. Und vergesst dabei das allerwichtigste nicht: heiraten soll Spass machen!