Kaum eine Braut ohne Schleier, oder? Die Frage einer guten Freundin, die wissen wollte, ob sie zum Kleid wirklich Schleier tragen muss, hat mich neugierig gemacht und ich habe eine kleine Recherche für euch betrieben.

Die Tradition des Brautschleiers geht offenbar in das frühe Mesopotamien zurück. Dort Göttin, die dort für die Familie zuständig war, soll Schleier getragen haben. Das behauptet zumindest Wikipedia. Was das genau mit dem Heiraten zu tun hat, ist mir unklar.

Spätestens aber im alten Rom trugen die Bräute bei der Hochzeit Schleier. Und zwar einen Gelben, respektive Safranfarbenen. Das soll damals symbolisiert haben, dass die Frau an den Herd gehört. Das macht im patriarchalischen Rom zwar Sinn, heute aber finde ich diese Tatsache eher veraltet.

Der Schleier – ein Zeichen der Jungfräulichkeit

Ebenso die Tatsache, weshalb in unserer christlich geprägten Gesellschaft ursprünglich Schleier getragen wurde. Er steht nämlich – wie könnte es anders sein – für die Jungfräulichkeit der Braut. Aus dem gleichen Grund trugen Frauen im Frühmittelalter ihre Haare offen bei der Hochzeit. So richtig unschuldig halt.

Unter diesem Gesichtspunkt sind Schleier in der heutigen Zeit völlig veraltet. Sind wir ehrlich, die meisten Frauen gehen hierzulande nicht mehr jungfräulich in die Ehe. Im Gegenteil, viele haben ja sogar schon Kinder!

Der Weg des Brautschleiers vom Symbol zum Accessoire

Ob man deswegen keinen Schleier mehr tragen darf? Mitnichten! Bei der Schleierfrage hat die moderne Braut heute die Wahl. Ein Schleier ist selbstverständlich kein Muss. Brautfrisur und Headpiece kommen viel besser zur Geltung, wenn da nicht noch ein Stück Stoff darüber hängt.

Wenn ihr euch unsicher seid, ob Schleier etwas für euch ist, dann rate ich euch, im Brautmodegeschäft einfach mal einen anzuprobieren. Ich war nämlich auch lange Zeit davon überzeugt, dass ich sicherlich keinen Schleier tragen wollte. Die ganze Geschichte mit der Jungfräulichkeit ging mir gegen den Strich.

Doch als mir die Verkäuferin den Schleier ansteckte, stiegen mir Tränen in die Augen. In diesem Moment fühlte ich mich voll und ganz als Braut und realisierte zum ersten Mal so richtig, dass ich tatsächlich bald heiraten würde. Und so kaufte ich tatsächlich einen drei Meter langen Schleier.

Einen Kompromiss habe ich dann doch gemacht: ich habe ihn nie über dem Gesicht getragen. Mich komplett zu verschleiern, wäre mir dann doch zu altmodisch gewesen.

Deshalb gilt: Alles darf, nichts muss. Frau soll sich an ihrem Hochzeitstag wohl und auf keinen Fall verkleidet fühlen. Ob das nun mit oder ohne Schleier ist, ist total egal. Schliesslich ist das Strahlen einer glücklichen Frau das schönste Accessoire.