Eine sehr schwierige Frage. Machbar ist sicher beides. Wie ihr wisst, habe ich im Ausland geheiratet. Zum einen aus Kostengründen, zum anderen weil ich mich einfach in die Location verliebt habe. Um euch bei dieser Entscheidung zu helfen, habe unterschiedliche Kriterien miteinander verglichen.

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Kosten: Mit dem tiefen Euro ist es im Moment definitiv billiger im angrenzenden Europa zu heiraten. Zumindest was Location-Miete, Essen und vor allem den Alkohol betrifft. Für uns war dies einer der wichtigsten Punkte: Wir wussten, dass unsere Familien und Freunde guten Wein schätzen und wollten die Menge nicht auf zwei Gläser pro Person beschränken. Da war für uns ein Weinanbau-Gebiet wie das Elsass die richtige Wahl.

Entscheidet man sich allerdings, den Gästen die Unterkunft und/oder die Anreise zu bezahlen, ist die Hochzeit im Ausland plötzlich nicht mehr so lohnenswert.

Organisation: Bei einer Hochzeit im Ausland seid ihr meist stärker von Empfehlungen anderer abhängig. Ihr kennt die Umgebung nicht, es ist aus sprachlichen Gründen oft einfacher einen Weddingplaner zu engagieren. Ihr könnt nicht für jedes kleine Detail vor Ort sein, müsst deshalb eure Besuche genau durchorganisieren und bereits sein, einen gewissen Teil der Kontrolle abzugeben.

Wir entschieden uns zudem, gewisse, wichtige Dienstleister wie DJ oder die Fotografen mitzubringen – was zwar die Kosten erhöhte, wir uns dafür in Sicherheit wiegen konnten punkto Leistung.

Verfügbarkeit: In der Schweiz gibt es zahlbare Locations, im Vergleich zur Anzahl heiratswilliger Paare, nicht gerade im Überfluss. Gewisse Schlösser sind über zwei Jahre hinweg ausgebucht – zumindest wenn man an einem Samstag heiraten will.

Wer also trotzdem am Wochenende heiraten will und eine kürzere Planungsphase hat, erhöht seine Chance eine Traum-Location zu finden, indem er sich auch im nahen Ausland anschaut.

Schloss Hochzeit Elsass Strasbourg Chateau de Pourtalès Apero

Gäste-Komfort: Ihr müsst euch bewusst sein, dass Hochzeit im Ausland polarisieren. Man liebt oder hasst sie. Einige Gäste werden total begeistert von der Idee sein, ein Wochenende oder vielleicht sogar mehr mit euch im Ausland zu verbringen. Sie sehen es als Mini-Ferien, als kurze Auszeit vom grauen Alltag.

Wenn ihr euch dagegen entscheidet, sämtliche Kosten für eure Gäste zu übernehmen (was absolut ok ist, wer hat denn so ein gigantisches Budget), werden sich aber auch die ewigen Nörgler zu Worte melden. „Wie bitte, ich soll zusätzlich zum Geschenk noch so viel Geld für eure Hochzeit ausgeben?“, wird ein Satz sein, den ihr öfters zu hören bekommt.

Ihr müsst euch auch bewusst sein, dass aus diesem Grund definitiv weniger Gäste an eurer Hochzeit erscheinen werden, als wie wenn ihr in der Schweiz heiratet. Dafür könnt ihr euch auch sicher sein, dass nur die Leute kommen, denen ihr wirklich am Herzen liegt.

Ein kleiner Tipp: Ihr könnt euren Gästen helfen, indem ihr bei ausgewählten Hotels gute Zimmerpreise für sie aushandelt. Ab einem gewissen Kontingent sind die meisten Hotels bereit, einen Rabatt zu gewähren.