Glaubt man Hochzeitsmagazinen, scheinen Traufen gerade wahnsinnig im Trend zu sein. Ihr habt richtig gehört: Traufen. Ein Wortkreation, die Trauung und Taufe kombiniert.

Wer auf immer sich entschlossen hat, dieses Phänomen so zu nennen, sollte sich aus Scham in einer dunklen Ecke verkriechen. Hat er denn wirklich noch nie von der ursprünglichen Bedeutung des Wortes gehört? Noch nie vom Sprichwort „Vom Regen in die Traufe“?

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Nun gut, der Name mag umstritten sein, das Phänomen aber eine Tatsache. Praktisch ist es sicher, wenn man schon vor der kirchlichen Hochzeit gemeinsame Kinder hat. Aber muss eigentlich alles immer nur noch praktisch sein, sobald man Babys hat?

Eine Eheschliessung und eine Taufe gehören zu den wichtigsten kirchlichen Sakramenten und damit zu den wichtigsten Festen im Leben eines mehr oder weniger gläubigen Menschen. Deshalb finde ich, diese gehören separat gefeiert. Schliesslich sind es definitiv Eltern und Kind wert, je ein eigenes Fest zu haben.

Zieht man eine Traufe in Betracht um die Kinder bei der kirchlichen Trauung miteinzubeziehen, dann gebe ich euch folgenden Gedanken mit. Es ist wunderschön, wenn ihr eine Hochzeit als Familie feiern wollt. Aber es gibt andere wunderschöne Möglichkeiten, die Kinder in eure Trauung miteinzubeziehen: Etwa indem die Kleinen auch einen Ring überreicht bekommen.

Ein anderes Argument für die Traufe mag finanzieller Natur sein. Eine Hochzeit ist teuer, weshalb also nicht das Geld für die Taufe sparen? Schliesslich sind Götti, Gotti, Grosi und Onkel sowieso schon vor Ort. Da ich selber immer nach Schnäppchen und dem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis schaue, kann ich dieses Argument bedingt nachvollziehen.

Trotzdem finde ich, ein Baby ist das schönste Geschenk für seine Eltern. Deshalb gehört auch dieser kleine Mensch gebührend gefeiert – mit einem eigenen Fest. Und wenn es das Budget nicht zulässt, kann das Ganze ja in winzig kleinem Rahmen stattfinden.