Lange wusste ich ja gar nicht, dass sie überhaupt existieren. Doch dank meiner „Say Yes to the Dress“-Sucht lernte ich bald, dass Amerikanerinnen offenbar total auf durchsichtige Brautkleider stehen. Nun gut, nicht ganz durchsichtig: Aber das Top ist transparent, bedeckt nur die kritischen Stellen. Ihr wisst vielleicht, wovon ich rede?

Nun gut, ich nahm den Trend mit einem gewissen Amusement zur Kenntniss. Dachte, das sei halt typisch amerikanisch – immer möglichst sexy und over the top. Bis ich die Kleider in einer Sendung über Hochzeiten und Traumreisen auf Vox entdeckte.

Der grauslige Trend ist in Europa angekommen. Und zwar nicht nur bei unseren nördlichen Nachbarn, sondern auch in der Schweiz. Deshalb sah ich mich genötigt, diesen Beitrag zu schreiben.

Ich verstehe jede Braut, die an ihrem grossen Tag sexy sein will. Doch gehöre ich eher zur Fraktion, die ein kurvenbetonendes Kleid gegenüber zu viel Haut bevorzugt. Aber jedem das seine.

Ich habe bloss eine Bitte: Wenn ihr unbedingt so ein Kleid tragen müsst, bedeckt euch doch in der Kirche entsprechend züchtig. Nennt mich prüde. Doch eigentlich wurde ich so erzogen, dass man in der Kirche weder nackte Schultern noch Knie zeigt. Doch ich will keiner Frau einen Vorwurf machen, die sich trotz Kirche für ein schulterfreies Kleid entscheidet.

Doch dieser Lingerie-Look ist was anderes. Ihr würdet doch sonst auch nicht in Unterwäsche in die Kirche gehen? Wenn es euch schon so wichtig ist, euch vor Gott das Ja-Wort zu geben, dann zeigt auch den nötigen Respekt. Bei einer freien Trauung oder beim Standesamt will ich euch nicht dreinreden. Habe aber nur einen Tipp für euch: Hört auf euren guten Geschmack!